19Dez 2017

Vorbildliche Beiträge zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz werden auch im nächsten Jahr für „Die goldene Hand“, den Präventionspreis der BGHW, gesucht. Bis zum 31.März 2018 können sich Mitgliedsunternehmen der BGHW bewerben. Die Wettbewerbsbeiträge können aus dem Bereich Arbeitssicherheit oder Gesundheitsschutz kommen. Bei der Bewertung sind für die Jury Innovationsgrad, Übertragbarkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend.

Besonders fördern möchte die BGHW außerdem Auszubildende, die sich für den Arbeitsschutz im Betrieb engagieren. Man möchten deshalb auch junge Leute aus den Mitgliedsunternehmen ermutigen, sich mit Projekten  zu bewerben, die von ihnen im Betrieb entwickelt und umgesetzt wurden.

www.diegoldenehand.de

07Dez 2017

Die Augen gehören zu unseren wichtigsten Sinnesorganen. Sie gilt es zu schützen – gerade am Arbeitsplatz. Im Umgang mit potenziellen Gefahrstoffen oder bei mechanischen Einwirkungen ist die Schutzbrille eine wichtige Präventionsmaßnahme zur Erhaltung der Gesundheit und zur Abwehr von Gefahren am Arbeitsplatz. Deshalb muss sich der Brillenträger mit der Brille wohlfühlen und sie gerne tragen.

Rund 1700 t Metalllegierungen werden jährlich bei der Agosi AG in Pforzheim aufbereitet. Das Traditionsunternehmen mit mehr als 125-jähriger Firmengeschichte gehört zu den führenden Kreislaufanbietern für Edelmetalle und Edelmetallservices in Europa. Reststoffe wie Metall-Legierungen (Scheidgut) werden in komplexen Prozessschritten aufbereitet. „Bei der Homogenisierung der Materialmengen sind viele Arbeitsschritte nötig. Unsere Mitarbeiter brauchen daher eine Schutzausrüstung, die auf die jeweiligen Einsatzbereiche genau abgestimmt ist. Hierzu gehört auch die Ausstattung mit professionellen Korrektionsschutzbrillen“, erklärt Peter Müller, Sicherheitsfachkraft der Agosi.

Augenverletzungen am Arbeitsplatz haben verschiedene Ursachen. Sie werden zumeist durch mechanische Einwirkungen, chemische Prozesse oder optische Strahlung verursacht. „In erster Linie geht es darum, den Arbeitsbereich genau zu kennen und alle Arbeitsschritte bei der Auswahl der geeigneten Schutzbrille heranzuziehen und auszuwerten“, erklärt Udo Lang, Regionalverkaufsleiter des Schutzbrillenspezialisten Infield Safety. Im Anschluss erfolgt die Entscheidung für die richtige Brillenfassung und das optimale Brillenglass. Das Angebot an Glastypen, Materialien und Beschichtungen ist weitreichend. „Ob nun eine Schutzbrille mit leichter Seh-Korrektur für den jungen Auszubildenden, oder die Schutzbrille mit komplexen Gleitsichtgläsern für den älteren Mitarbeiter – wir bieten jedem Brillenträger den individuellen Augenschutz für seinen Arbeitsplatz“, so Lang.

Die Anforderungen an eine Arbeitsschutzbrille sind in der Norm EN 166 gelistet. „Von den insgesamt 800 Mitarbeitern sind 400 am Standort Pforzheim tätig; ein großer Teil im Bereich verschiedenen Trennungs- und Aufbereitungsprozesse“,  so Müller. „Hier brauchen wir vor allem Flexibilität. Einen Anbieter, der mit seinem Produktsortiment jede mögliche Gefährdung und auch jede Fehlsichtigkeit abdecken kann und bei dem der komplette Service aus einer Hand kommt.“  Die Agosi-Mitarbeiter sind, je nach Einsatzgebiet und Arbeitsbedingung verschiedenen Gefahrenquellen ausgesetzt. Fliegende Partikel, Staub oder gleißendes Licht können zu Augenschädigungen führen.

Damit eine Brille als Schutzbrille gelten darf, muss eine Vielzahl von Kriterien erfüllt werden. Hierzu zählen die verschiedenen Schutzwirkungen, der Tragekomfort und die Passform. So einfach und logisch es klingen mag. Aber eine Schutzbrille schützt nur, wenn sie auch getragen wird. Peter Müller veranschaulicht das anhand eines einfachen Vergleichs: „Sicherheitsschuhe müssen passen, da man sie den ganzen Tag trägt. Genauso verhält es sich mit Brillen. Der Brillenträger muss sich mit der Brille wohlfühlen und sie gern tragen. Dann kann die Schutzbrille auch das machen, wofür sie bestimmt ist.“

Produkte von Infield Safety erhalten Sie auch bei RAVE GmbH.

Quelle: Infield Safety GmbH, Technischer Handel 10/2017
21Nov 2017

Die Bedeutung von Hautschutz wird sowohl auf Führungsebene wie auch bei den Mitarbeitern aber oft unterschätzt. Dabei liegt es buchstäblich auf der Hand: Wo die Haut regelmäßig großen Risiken und Belastungen ausgesetzt ist, muss ein umfassendes betriebliches Hautschutzprogramm her. Am besten holen sich Unternehmen dazu fachmännische Unterstützung.

Im Jahr 2016 gingen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) insgesamt rund 75.000 Verdachtsanzeigen für Berufskrankheiten (BK) ein. 40.000 Mal wurde der BK-Verdacht bestätigt. Allein 29.000 Verdachtsanzeigen und 4.300 Bestätigungen entfielen auf Hautkrankheiten. Eine erstaunliche Zahl, die deutlich macht, wie wichtig beruflicher Hautschutz ist.

Speziell Mitarbeiter in der Industrie tragen ein besonders hohes Risiko, an einer sogenannten Berufsdermatose zu erkranken. Die Ursachen sind vielseitig´: Feuchtarbeit, Kontakt mit Allergenen und Schadstoffen, UV-Strahlung sowie häufige Hautverletzungen. Allen gemein ist, dass sie diesen Belastungen im Arbeitsalltag kaum entgehen können, ihre Haut demzufolge auch keine Gelegenheit bekommt, sich zu regenerieren. Was als kleine Wunde oder Rötung beginnt, zieht im schlimmsten Fall die Arbeits- oder Berufsunfähigkeit und damit für den Arbeitgeber hohe Kosten nach sich.

Hautschutz muss ganzheitlich gedacht werden

Soweit muss es nicht kommen: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Haut zu schützen und ihre Regeneration zu unterstützen. Präventionsmaßnahmen können technischer, organisatorischer, persönlicher oder kosmetischer Natur sein: Arbeitgeber können zur Reduzierung der UV-Belastung schattenspendende Sonnensegel aufstellen, den Arbeitstag so organisieren, dass mittags in Innenbereichen gearbeitet wird, ihre Mitarbeiter zum Tragen von schützender Kleidung motivieren und entsprechende Sonnencremes ausgeben. In Betrieben mit Feuchtarbeit sollte ein geeignetes Sortiment an Schutz- und Pflegecremes zur Verfügung stehen. Wo es regelmäßig zu starken Verschmutzungen kommt, benötigen die Mitarbeiter verlässliche und hautverträgliche Reinigungsprodukte, um auf hautschädigende Hilfsmittel wie Aceton oder Handbürsten verzichten zu können. An der Verfügbarkeit der Mittel scheitert es nicht, wohl aber an der praktischen Umsetzung.

Zu einem Hautschutzprogramm gehört eine umfassende Strategie. Eine eindeutige Kennzeichnung  weist die einzelnen Produkte nach dem von führenden Dermatologen entwickelten Standard „Die 3 Momente des Hautschutzes“ festgelegten Zeitpunkten zu: Schutz vor der Arbeit, Schutz oder Pflege nach dem Waschen, Pflege nach der Arbeit.

Damit die „3 Momente“ wirklich in Fleisch und Blut übergehen, wird genau analysiert, wo die Spender angebracht werden müssen. Denn nur wenn Mitarbeiter den Hautschutz ohne Umstände und Beeinträchtigungen in ihren Tagesablauf integrieren können, ist er erfolgreich. Kommt ein Angestellter mit noch fettigen Händen an seiner Maschine an, wird das unweigerlich dazu führen, dass er früher als später auf das Auftragen der Creme verzichtet. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten entscheiden am Ende des Tages über Erfolg und Misserfolg beruflichen Hautschutzes.

Einbeziehung der Mitarbeiter als Erfolgskriterium

Die Aufklärung und Einbeziehung der Mitarbeiter in die Installierung des Hautschutzprogramms ist unabdingbar. Zunächst müssen sie verstehen, wie sie von den getroffenen Maßnahmen profitieren und wie die zur Verfügung gestellten Mittel anzuwenden sind. Jeder Einzelne muss von der Notwendigkeit des Programms überzeugt sein und in die Lage versetzt werden, die Anweisungen zu befolgen. Hautschutz darf nicht als Last empfunden werden. Es ist daher sinnvoll, die Angestellten in die Umsetzung einzubeziehen, etwa als Projektleiter/in innerhalb ihrer Abteilungen, und ihnen Teilverantwortung für die Produkteinführung zu übertragen. Das stärkt die Identifikation und das Eigeninteresse am Erfolg des Programms. RAVE fungiert hier gerne als Ratgeber.

Quelle: VTH – Technischer Handel, Deb-Stocko Europe GmbH
21Nov 2017

Die Einstufung der Schutzklasse von Schnittschutzhandschuhen erfolgt in Europa bisher nach der Norm EN 388:2003. Zur Erreichung eines hohen Schnittschutzlevels werden seit einigen Jahren vermehrt technische Materialien – sogenannte Hochleistungsfasern – für Schnittschutzhandschuhe verwendet. Die stetige Weiterentwicklung im Bereich der Materialien erforderte eine Anpassung der Prüfungen und Klassifizierung dieser Produkte, was in der EN 388:2016 umgesetzt wurde.

Prüfverfahren nach EN 388:2003

Die bisherige Schnittschutzprüfung für Schnittschutzhandschuhe wird mithilfe des sogenannten Coupe-Tests durchgeführt. Ein rotierendes Kreismesser bewegt sich mit einer definierten Kraft (5 Newton) auf dem Prüfling hin und her und dreht sich gegenläufig zur Bewegung. Die Schärfe der Klinge wird zu Beginn der Prüfung sowie zum Ende der Prüfung über ein Referenzgewebe (Baumwolle) gemessen. Die Abnutzung der Klinge kann somit bestimmt und im Ergebnis berücksichtigt werden. Der ermittelte Indexwert ergibt sich zum einen aus der Zykluszahl, die benötigt wird um den Prüfling zu durchschneiden, und zum anderem aus dem Abnutzungsgrad der verwendeten Klinge.

Hierbei wird der Widerstand des Handschuhs gegen einen scharfkantigen Gegenstand bei konstantem Kraftaufwand mit wiederholtem Kontakt ermittelt. Zur Bestimmung einer Leistungsklasse nach der EN 388:2003 werden fünf Messungen pro Prüfling durchgeführt. Die fünf Indexwerte werden summiert und der Mittelwert gibt die entsprechende Leistungsklasse für den Schnittschutz eines Schutzhandschuhes an.

Leistungsstufe 1 2 3 4 5
Index ≥ 1,2 ≥ 2,5 ≥ 5 ≥ 10 ≥ 20

Püfverfahren nach EN 388:2016/ISO 13997

Die Änderungen in der neuen DIN EN 388:2016 betrifft insbesondere Schnittschutzhandschuhe, die aus Materialien bestehen, die heute verwendete Klingen abstumpfen lassen (zum Beispiel bei Glasfasern und Stahlfasern). Bei diesen Schutzhandschuhen muss dann zusätzlich die Schnittschutzprüfung nach ISO 13997 durchgeführt und ausgewiesen werden.

Im Testverfahren nach der ISO 13997 wird die Haltbarkeit des Handschuhs gegen einen scharfkantigen Gegenstand bei einem einmaligen Kontakt unter einem höheren Kraftaufwand bestimmt. Hierfür bewegt sich eine lange gerade Klinge einmalig über den Prüfling. Dabei wird die minimale Kraft zum Durchschnitt des Prüflings nach 20 Millimetern bestimmt.

Das Ergebnis wird in Newton (N) angegeben und anlehnend an den Newtonwert wird der Prüfling in eine Schnittschutzklasse eingeordnet.

Leistungsstufe A B C D E F
Newtonwert ≥ 2 ≥ 5 ≥ 10 ≥ 15 ≥ 22 ≥ 30

Neue Kennzeichnung von Schnittschutzhandschuhen

Schnittschutzhandschuhe, die nach dem erweiterten Prüfverfahren gemäß EN 388:2016 zertifiziert sind, werden wie folgt gekennzeichnet:

Prüfverfahren im Vergleich zur Erweiterung

Die wesentlichen Unterschiede der beiden Testverfahren liegen:

  • in der Klingenform: rund (EN 388) vs. gerade (ISO 13997)
  • in der Schneideart: rotierend mit wiederholtem Kontakt (EN 388) vs. gerade mit einmaligem Kontakt (ISO 13997)
  • in der Kraftausübung: konstant bei 5 N (EN 388) vs. variabel zwischen 2 und 30 N (ISO 13997)
  • in der Klassifizierung der Leistungsstufen: System von 1 bis 5 (EN 388) vs. System von A bis F ( ISO 13997)

Der Test nach der EN 388:2003 ist eher repräsentativ für Arbeiten im Umgang mit scharfen, relativ leichten Gegenständen. Das Testverfahren nach ISO 13997 ermöglicht hingegen eine bessere Aussage über die Schnittbeständigkeit bei Arbeiten mit unterschiedlichen Krafteinwirkungen und stoßartigen Gefahren. Des Weiteren ist die Klassifizierung der Schnittfestigkeit nach der ISO 13997 differenzierter, da diese sich aus sechs Stufen zusammensetzt und die Abstände unter den einzelnen Stufen geringer sind.

Aufgrund der deutlichen Unterschiede im Testverfahren und der Klassifizierung lassen sich die zwei Normen nicht miteinander vergleichen. Es kann daher keine Korrelation zwischen den unterschiedlichen Bewertungsskalen gezogen werden. Eine gute Performance in dem einen Testverfahren bedingt nicht zwangsläufig eine gute Leistung in dem anderen Prüfverfahren.

Was bedeutet diese Änderung für den Anwender?

  • Alle bestehenden EN-388-Zertifikate behalten ihre Gültigkeit bis eine Re-Zertifizierung notwendig ist (maximal fünf Jahre).
  • Alle Produkte haben auch weiterhin die gleiche Performance.
  • Entscheidend für die richtige Auswahl bleibt die konkrete Anwendung beziehungsweise Schnittschutzgefährdung in der Praxis.
  • Als führender Hersteller von Schnittschutzprodukten verfügen wir über die aktuelle Messtechnik beider Normen im eigenen Prüflabor und stehen damit jederzeit für Fragen zur Verfügung.